Daniel Auner

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Projekt

W. A. Mozart: Die Klaviertrios nach dem Autograph

Wiener Mozart-Trio · Gramola, Herbst 2021.

Die neu erschienene CD aller Werke für das Klaviertrio von Wolfgang Amadeus Mozart basiert auf Jahrzehnten der Aufführungserfahrung des Wiener Mozart-Trios und den originalen Handschriften des Komponisten. Zum ersten Mal wurden alle Fehler in den gängigen Ausgaben korrigiert. Die Aufnahmen fanden im Studio Wavegarden in Niederösterreich zwischen Februar und April 2018 statt; erschienen ist das fertige Album als Doppel-CD im Herbst 2021 bei Gramola.

Seit etwa zehn Jahren stehe ich gemeinsam mit meinen Eltern Irina und Diethard Auner regelmäßig in Europas wichtigsten Zentren der Kammermusik auf der Bühne. Das Wiener Mozart-Trio wurde 1991 gegründet, und — nomen est omen — spielte Mozarts Klaviertrios durchgehend in Hunderten Konzerten auf der ganzen Welt.

Eines meiner letzten Aufnahmeprojekte, die CD Dialog mit Mozart mit drei Sonaten für Klavier und Violine, gemeinsam mit dem britischen Pianisten Robin Green am Salzburger Mozarteum aufgenommen, widmete sich bereits der Kammermusik Mozarts. Bereits damals verbrachten wir unzählige Stunden an der Bibliothek der Universität Mozarteum Salzburg, um die Handschriften zu kontrollieren — und mit den heute üblichen Urtext-Ausgaben von Bärenreiter und der Neuen Mozart-Ausgabe zu vergleichen. Die Unterschiede zwischen Autograph, Erstdruck und NMA waren sehr deutlich; wir stellten uns oft die Frage, wieso unsere heutige Spieltradition so weit von dem tatsächlich verfügbaren Text abweicht.

Eine der ersten Auffälligkeiten beim Autograph ist die abweichende Anordnung der Instrumente im Notensystem: die Violine ganz oben, das Klavier in der Mitte — und das Cello erst unter dem Klavierpart. Warum wohl? Die Klaviere und Cembali zu Mozarts Zeiten waren sehr klein, Mozart selbst ließ sein Instrument sehr oft transportieren. Dadurch spielte das Trio auch in einer anderen Sitzordnung: das Cello links, die Violine rechts, wahrscheinlich stehend vor dem Klavier. Aufgrund der geringen Größe des Instruments fehlte es dem Klavier an einem starken Bassklang — das Cello wurde daher meist zur Verstärkung der linken Klavierhand eingesetzt.

Wir spielten einige Konzerte im Museum für Musikinstrumente in Brüssel. Bevor die Sammlung in die neuen Ausstellungsräume kam und die wertvollen Instrumente in Glaskästen verschwanden, waren wir eingeladen, darauf zu spielen. Das Hammerklavier war schon etwas ganz Besonderes und teuer. Es hat lederbezogene Hämmer und dünne, cembaloartige Saiten, eine viel leichtere Gehäusekonstruktion als das moderne Klavier. Die Mechanik und die Hämmer sind leichter, was zu einem viel leichteren Anschlag führt, der bei gut konstruierten Hammerflügeln auch sehr reaktionsschnell ist. Mozart schreibt seine Trios — je nachdem, wer den Auftrag gegeben hat und welches Instrument diese Person besaß — für „Pianoforte“ oder „Cembalo“.

Angesichts dieser Instrumentierung beantworten sich viele Fragen, die sich beim Betrachten der Handschriften stellen, bereits von selbst: zum Beispiel, warum Mozart manchmal keine Dynamiken schrieb. Ein Cembalo hatte nicht viele Möglichkeiten der Dynamik.

Daniel Auner

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