Daniel Auner

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Instrument

Die Violine

Giovanni Battista Guadagnini, Mailand 1752 — eine Leihgabe aus der Sammlung historischer Streichinstrumente der Oesterreichischen Nationalbank.

Steg und F-Loch der Violine von Giovanni Battista Guadagnini

Daniel Auner spielt eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini, gebaut 1752 in Mailand. Das Instrument gehört der Oesterreichischen Nationalbank und ist ihm als Dauerleihgabe überlassen.

Die Übergabe

Die Nationalbank erwarb die Violine 2016 von einem privaten Sammler; als Kaufpreis wurden in der Aussendung 1,3 Millionen Euro genannt. Zuvor hatte sie Elisabeth Kropfitsch gespielt, danach lag sie rund drei Jahre im Depot.

Über die Vergabe entschied ein künstlerisches Gremium aus Musikern der Wiener Philharmoniker und Violinprofessoren der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Leihgabe ist unbefristet und an eine einzige Bedingung geknüpft: dass der Leihnehmer eine angemessene Konzert- und Aufnahmetätigkeit unterhält.

Öffentlich vorgestellt wurde das Instrument am 22. September 2017 in der Wigmore Hall in London, bei einem Galakonzert zum 300. Geburtstag Maria Theresias mit dem Wiener Mozart-Trio, sechs Tage später im Wiener Ehrbar-Saal.

Gegenüber The Strad sagte Daniel Auner damals, es habe einige Zeit gebraucht, die Geige zu öffnen — die Monate ohne Spiel hatten ihr nicht gutgetan.

Das Instrument

Der Druckzettel trägt die Aufschrift „Joannes Baptista Guadagnini Placentinus fecit Mediolani 17..“; die beiden letzten, handschriftlich einzutragenden Ziffern sind nicht mehr lesbar. Die Nationalbank datiert das Instrument auf die frühen 1750er Jahre — jene Zeit, in der Guadagnini seinen eigenen Stil vollendet hatte.

Es handelt sich um ein mittelhoch gewölbtes Modell mit sehr ausgeglichenen Proportionen. Die Umrissform stimmt mit dem Instrument von 1749 überein; lediglich der Schnitt der F-Löcher weicht leicht ab. Die beiden Deckenhälften stammen nicht vom selben Stamm, zeigen aber sehr ähnliche Struktur; die Jahresringe sind in der Mitte fein und öffnen sich zu den Flanken hin. Der späteste Jahresring der Decke wurde auf 1731 datiert. Der geteilte Boden hat schwach ausgeprägte, sehr weite Flammen, die Zargen aus Ahorn sind enger geflammt. Der Erhaltungszustand ist gut. In einen der Wirbel ist ein gelber Diamant eingesetzt.

Der Geigenbauer

Giovanni Battista Guadagnini wurde in Bilegno geboren und übersiedelte 1738 nach Piacenza, wo er eine Tischlerlehre begann. Die Bekanntschaft mit den Brüdern Paolo und Carlo Ferrari — Geiger und Cellist — weckte sein Interesse am Geigenbau. Bei wem er das Handwerk erlernte, ist unbekannt: Vor 1740 ist in Piacenza kein Geigenbauer nachweisbar.

1749 folgte er Carlo Ferrari nach Mailand, damals Hauptstadt der habsburgischen Lombardei. Die folgenden zehn Jahre gehörten zu den produktivsten seiner Laufbahn; in diese Zeit fällt auch dieses Instrument. 1758 zog die Familie nach Parma, wo Guadagnini eine Pension des Hofes erhielt, 1771 nach Turin. Dort traf er Graf Ignazio Alessandro Cozio di Salabue, den Sammler und Forscher, dessen Aufzeichnungen und Schablonen der Cremoneser Meister die Geschichte des Geigenbaus bis heute prägen.

Die Sammlung

Die Oesterreichische Nationalbank begann ihre Sammlung 1989, anlässlich der ersten österreichischen Goldanlagemünze „Wiener Philharmoniker“, mit dem Ankauf von zunächst drei Instrumenten. Heute umfasst sie 45 Instrumente, darunter neun Violinen von Antonio Stradivari, zwei von Giuseppe Guarneri del Gesù und eine des Tiroler Meisters Jacob Stainer.

Es ist erklärte Absicht der Nationalbank, diese Instrumente nicht in Tresoren ruhen zu lassen, sondern sie österreichischen Musikerinnen und Musikern ständig zur Verfügung zu stellen.

Aus derselben Sammlung stammt auch das Violoncello seines Bruders Thomas-Michael Auner, mit dem er im Wiener Mozart-Trio spielt: ein Instrument von Giovanni Grancino, Mailand 1704, genannt Ex Piatti/Dunlop.

Wiener Mozart-Trio

Angaben zum Instrument und zum Geigenbauer nach der Sammlungsbeschreibung der Oesterreichischen Nationalbank; Angaben zur Übergabe nach der Aussendung der OeNB vom 8. August 2017 und der Meldung in The Strad.

Sammlung historischer Streichinstrumente der OeNB

Die Schnecke. Guadagnini markierte die Umrisse vor dem Schnitzen mit Einstichen — sie sind an vielen seiner Instrumente zu erkennen.
In einen der Wirbel ist ein gelber Diamant eingesetzt.
Steg und F-Loch. Die Jahresringe der Decke sind in der Mitte fein und öffnen sich zu den Flanken hin.
Die Decke mit Steg und Griffbrett.
Der Korpus. Die Zargen aus Ahorn sind enger geflammt als der Boden.

Fotos: © Daniel Auner

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